Osterfestspiele Salzburg
@ 2026

Im Rahmen der Osterfestspiele Salzburg 2026 präsentiere ich den ersten Teil einer Serie von Bildern, die ich eigens für die Festspiele geschaffen habe. Die Portraits und Stillleben sind inspiriert von den epochalen Brüchen, mit denen ich mich auch in meiner eigenen Arbeit konfrontiert sehe. Künstliche Intelligenz zerhackt wie ein Fleischwolf das Gewebe, das wir Realität nennen und das sich durch unser kulturelles Erbe manifestiert. Diese Fragmente und Trümmer bilden eine neue synthetische Ursuppe, aus der ich surreale Figuren aufsteigen lasse: maskenhafte Wesen zwischen Depression und Dystopie, zwischen Stolz und Zerfall. Ihre Herkunft und ihr Schicksal bleiben unklar, ihre Zeit ist entrückt. Die Augen, die uns anblicken, könnten Mosaiksteine einer ungewissen Zukunft sein. Durch die Linse der Künstlichen Intelligenz entsteht eine Bildwelt, die ein ästhetischer Abgesang auf eine Welt im Wandel sein könnte – aber auch eine Hommage an ihr kulturelles Gedächtnis.

Osterfestspiele Salzburg
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko

For the Osterfestspiele 2026, I am presenting the first part of a series of works I created exclusively for the Osterfestspiele Salzburg. The portraits and still lifes are inspired by the epochal ruptures I find myself confronting in my own work. Artificial intelligence shreds like a meat grinder the fabric we call reality — the tissue that manifests through our cultural heritage. These fragments and ruins form a new synthetic primordial soup, from which I conjure surreal figures: masked beings suspended between depression and dystopia, between pride and decay. Their origins and fate remain unclear, their time displaced. The eyes that look back at us could be mosaic fragments of an uncertain future. Seen through the lens of artificial intelligence, a visual world emerges that might be an aesthetic requiem for a world in transition — or equally, a tribute to its cultural memory.

Salzburg Easter Festival
Berliner Philharmoniker &
Kirill Petrenko

Osterfestspiele Salzburg, Kommunikation & Visuals by Mathias vef


Synthetische Abiogenese

Essay zu den Arbeiten 

Kirill Serebrennikov kehrt das Gefälle um. In seiner Inszenierung von Richard Wagners Tetralogie »Der Ring des Nibelungen« bei den Osterfestspielen Salzburg steht die Apokalypse nicht am Ende, wo Wagner sie plazierte – in der Götterdämmerung, dem letzten, brennenden Buch des Mythos. Sie steht am Anfang. Vor dem ersten Ton des Vorspiels zum Rheingold, vor dem berühmten Es-Dur-Akkord, der aus dem Nichts auftaucht wie die Entstehung der Welt, hat die Welt bereits aufgehört zu existieren. Das Rheingold spielt in den Trümmern. Was Wagner als Ursache angelegt hatte, als Beginn einer Kausalkette von Schuld, Macht und Untergang, wird bei Serebrennikov zum Epiphänomen, zur Archäologie einer Katastrophe, die längst stattgefunden hat. Nicht der Untergang der Götter ist das Drama – sondern das Rätseln seiner Überreste.

Mathias Vef beginnt genau hier. […]

> Weiterlesen

More work

Newsletter